Über Geld spricht man nicht?!
Tabuthemen benennen statt totschweigen

…aus leider aktuellem Anlass

Liebe Mitmenschen in Neuberg,

es gibt Menschen, die in starken finanziellen Nöten stecken und nichts unversucht lassen, um sich selbst aus ihrer Not zu befreien.
Dass es Trickbetrüger gibt, Dreistigkeiten wie sich als Enkel oder Familienangehörige oder gar als Polizisten auszugeben, um Menschen um ihr Hab und Gut zu bringen, wissen wohl alle.
Und jeder denkt meist für sich: „auf so etwas falle ich doch niemals rein- wie kann man nur bei so etwas mitmachen….?“
Aber was ist, wenn dieser Mensch aus ihrem Bekannten oder gar Freundeskreis stammt, und Ihnen Horrorgeschichten erzählt, um Hilfe von Ihnen zu bekommen?
Finanzielle Nöte ganz und gar unverschuldet…So wird es erzählt.
Man kennt diesen Menschen ggf ja schon sein Leben lang, man ging zusammen zur Schule, oder kennt ihn vom Vereinsleben oder aus der Kirchengemeinde und erlebte diesen Menschen immer voller Tatendrang sich für andere einsetzen und engagieren.
Wir leben schließlich in einer kleinen Gemeinde und man kennt sich untereinander.
Man hat eine gewisse Menschenkenntnis und Erfahrung.
Und es geht um Vertrauen.
Vertrauensvoll wird sich „in der grössten Not“ einem offenbart und man empfindet Mitgefühl und sich vielleicht verpflichtet zu helfen….
Erst verleiht man 100 Euro und bekommt diese zum vereinbarten Termin zurück.
Ein zweites Mal schon 300 Euro und auch diese höhere Summe wird wie vereinbart zurück gezahlt ..
Und dann ..?
Es wird eine grosse Summe Geld verliehen – in die vielleicht zig tausende Euro gehend – denn es wurde ehrlich und glaubhaft über die aktuelle Situation berichtet, warum man selbst an das eigene Geld nicht dran käme- und?
Man hilft wieder- vielleicht mit mulmigen Bauchgefühl- aber das Vertrauen untereinander scheint gestärkt und man hilft schließlich einen Menschen in dessen Not.
Und nun?
Man bekommt sein Geld diesmal nicht zurück.
Dieser Mensch, dem man geholfen hat ist nicht erreichbar, geht nicht ans Telefon oder redet sich, falls man ihn zuhause antrifft- sofern dieser überhaupt die Tür öffnet- heraus warum er aktuell das Geld noch nicht hat und man wird vertröstet über lange Zeit…
Wer das Glück hat, sein Geld wieder zurück zu bekommen, ist im Geheimen froh, dass alles glimpflich abgelaufen ist und man redet nicht darüber, über das Geschehene.
Über Geld spricht man schließlich nicht.
Und die Menschen die geprellt wurden?
Die weder Nachweis, Vertrag oder eine Wechselvereinbarung getroffen haben…?
Auch diese sind beschämt, dass sie darauf reingefallen sind…
Aber worüber beschämt? Dass sie jemand geholfen haben…? Man wird schnell auch als Opfer eines solchen Betruges mit Vorwürfen geplagt- Fehler werden vorgeworfen und man bekommt vielleicht auch noch mitgeteilt welchen „Ruf“ man zu verlieren habe….
Es ist ein Tabuthema.
Sollte es aber weder sein noch bleiben.
Warum schreibe ich dies fragen Sie sich gerade…?
Weil ich heute zum wiederholten Male miterleben musste, dass hier in Neuberg Menschen dies tun-
Andere Mitmenschen mit frei erfundenen Geschichten – alle Mittel und Wege in Bewegung setzen um Nachbarn, Bekannte oder gezielte vermeintliche „Gutmenschen“ um ihr Geld zu bringen.
Ich selbst bin gebrandmarkt durch einer solchen Tat.
Als angeheiratete Angehörige einer solchen Täterin vor nun mehr als 15 Jahren.
Es ging genau so vor wie oben beschrieben über mehrere Monate bis Jahre hinweg und ging um viele tausende von Euro, die mit frei erfundenen Geschichten und gewissenlosem Vorgehen unterschlagen wurden.
Doch das direkte Umfeld der Nachbarschaft und Freunde im Landfrauenverein oder der Kirche, reagierte eher beschämt darüber wie man offen und ehrlich Menschen anfragen könne, ob sie auch zu den „Menschen des Vertrauens“ die betrogen wurden gehören…
Was sich wirklich meist als Realität im Nachhinein herausstellte.
„Über Geld spricht man doch nicht“ und schließlich ist es leichter verdeckt zu tuscheln, als direkt betroffene Familienmitglieder über die Geldprobleme der eigenen Mutter und Schwiegermutter zu informieren.
Auch nach erfolgter Offenlegung der Problematik und dringenden Bitte dies doch öffentlich zu machen und rechtliche Schritte einzuleiten. Nein Fehlanzeige.
Nein – man kehrte lieber unter den Teppich, und versuchte zu vergessen….
Das eigene Fehlverhalten und auch über die Wahrheit über das Unvorstellbare zu sprechen…
Doch so etwas wird nie vergessen!
Aber geahndet dann auch nicht.
Egal wieviele Menschen vielleicht noch Opfer wurden….
Tabuthema…
Ich selbst habe sämtliche Menschen angesprochen, um zu erforschen wieviel und mit welchen Geschichten Menschen betrogen wurden, um diese Katastrophe ans Licht zu bringen.
Das Resultat war aber eher selbst unter den nächsten Angehörigen stellvertretend geächtet und ausgegrenzt zu werden, anstatt ehrlich und direkt zu handeln.
Leidtragende sind dann die Familienmitglieder, meine Kinder und unsere eigene Existenz zu verlieren, durch die geschädigten Menschen, die uns damals selbst zu Opfern machen wollten, mit Verbreitung von Gerüchten und Geschichten, um sich selbst vermeintlich zu rächen…

Dann –
Vor ca 3 Jahren wurde ich dann selbst von so einer Frau, um kurz nach 7 morgens sich in ihrer Not nicht zu helfen wusste zuhause rausgeklingelt.
Als Bekannte vom Sehen auch mal Smalltalk haltend, gehörte ich nun zu diesem Kreis der Menschen, an die man sich in grösster Not nun wendete… es ging aber recht schnell und sehr klar und deutlich um mehrere tausend Euro, die benötigt wurden.
Die Art und Weise war gerissen, abgeklärt und eindeutig.
Ich verwies sie, nachdem ich ihr ruhig zugehört hatte recht deutlich mit dem Hinweis Hilfe bei Suchtberatung und co erhalten zu können, und mit Nachdruck direkt bei mir falsch zu sein, des Weges.
Aber nachdem ich Informationen an ihr Umfeld der Arbeitsstätte und Wirkens weitergab musste ich feststellen, dass diese Probleme schon eine Weile bekannt waren.
Und heute – aller „guten“ Dinge sind wohl 3 –
wurde mit einem Anruf „Gefahr sei im Verzug“ versucht von mir die Telefonnummer eines Fraktionskollegen zu bekommen.
Man teilte mir mit, dass er weder erreichbar sei noch zu einem vereinbarten Treffen erschienen wäre, man zuhause ihn nicht anträfe, die Rolladen geschlossen wären und man sich doch sehr grosse Sorgen machen würde….
Nun die Polizei sollte aber nicht gerufen werden…
Da ich meinen Fraktionskollegen als sehr pünktlichen und zuverlässigen Menschen kenne, machte auch ich mir Sorgen und fuhr zu ihm hin, da er nicht erreichbar war.
Glücklicherweise kam er aber eine Weile später zuhause an und ich konnte diese Sache aufklären.
Diese Dame versucht seit einer Woche von ihm 1500 Euro zu ergaunern und lässt nichts unversucht um ihn in Bedrängnis zu bringen.
Interessanterweise telefonierte ich dann das Umfeld der Dame ab – sie war nunmal ehemaliges Vorstandsmitglied eines hier in unserem Ort angesehenen Institution und es war überall bekannt, dass sie schon von vielen Menschen Geld erhalten hatte…das Problem ist seit mehreren Monaten bekannt, aber es ist ja ein Tabuthema.
Keiner stellte bisher Strafanzeige.
Man redet ja nicht über Geld…
Tabuthema. Stimmt’s?!

Nein.

Thematisieren Sie in Ihrem Umfeld, in ihrer Familie, dass es ein solches Tabuthema nicht geben darf und sollte. Warnen Sie bitte nicht nur ältere Mitbürger sondern thematisieren Sie dies auch mit anderen Menschen- nicht nur im kleinen Kreise des Vereines oä.
Man hilft niemandem, indem man Geld leiht.
Bleiben Sie bitte wachsam und trauen Sie sich weitere Opfer zu verhindern.
Nicht der Geschädigte ist der Dumme, sondern die Menschen die dies wissen und nicht eingreifen, nicht handeln und nicht die Tat verhindern und keine Anzeige einer solchen Straftat stellen!

Ich habe die betreffende Dame dann nochmal angerufen, und sie in Kenntnis gesetzt, dass sie falls sie weiterhin meinen geschätzten Fraktionskollegen bedrängt mit einer Anzeige zu rechnen hat.

Herzlichst
Melanie Esch

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